| Kaninchenaußenhaltung „Fünf kleine Kaninchen froren in bitterkalter Winternacht“. (Quelle: Rhein-Zeitung.de) WISSEN. Letzte Woche wurde das Haus in der Nordstraße in Wissen leer geräumt und die Besitzerin verließ mit ihrer Familie Wissen in Richtung Wuppertal.Zurück blieben fünf Zwergkaninchen. Sie wurden trotz bitterer Kälte aus den Ställen freigelassen. In der Nacht waren es acht Grad minus und die kleinen Felltiere, eine Mischung aus Zwerg- und Hauskaninchen, waren ihrem Schicksal überlassen. Nachbarn bemerkten dies, und einige beherzte Menschen hatten Mitleid. Sie betraten das leer geräumte Grundstück, die Tierchen wurden im Schein der Taschenlampen mühselig eingefangen. Da aber niemand so recht wusste, was nun geschehen sollte, wurde ein Fachmann zu Hilfe geholt. Vier Kaninchen waren in einem desolaten Zustand und wirkten krank. So wurden sie am vergangenen Wochenende unter Berücksichtigung aller Abwägungen und entsprechend dem Tierschutzgesetz getötet. (Quelle: Rhein-Zeitung.de)
Diese Zeilen liest man leider immer wieder. Immer noch gilt die Auffassung, dass Kaninchen sehr gut draußen überwintern können, da ihre wilden Artgenossen ja auch draußen leben.
Was die meisten aber dabei vergessen ist die Tatsache, dass Wildkaninchen unterirdisch leben (und das bis 1,5 m unterhalb der Erde und somit frostfrei). Sie bauen lange, tiefe Gänge mit so genannten „Kesseln“ (Höhlen) die sie mit Laub, Fell und Gras auskleiden, was noch mal zusätzlich wärmt und dämmt. Es herrschen somit Plusgrade, auch wenn oberhalb Minusgrade sind.
Unsere Hauskaninchen, die draußen in Ställen leben, haben diese Möglichkeit nicht. Sie sind auf unsere Baukünste angewiesen. Ist ein Stall nicht ausreichend wärmeisoliert (Styropor beispielsweise hält nur die jeweilige Temperatur im Stall, also kalt bleibt kalt und warm bleibt warm) so kann auch ein Kaninchen erfrieren.
Es ist zu erkennen, wenn ein Stall ungenügend isoliert ist: das Trinkwasser gefriert!
Dann ist es zu kalt!!!
Wärmedämmendes Material (auch vom Hausbau bekannt), schützt den Stall und Streu und viel Stroh wärmen den inneren Teil zusätzlich. Ein großer immer zur Verfügung stehender Auslauf (Bewegung erhöht die Körpertemperatur) muss ebenfalls gewährleistet sein (min. 2 qm pro Tier).
Wer den Tieren im Winter keine angemessene Behausung bieten kann, sollte sie ab Spätherbst in die Wohnung holen. Das sollte man sich natürlich vor der Anschaffung der Kaninchen überlegen, wenn man sie nicht in den eigenen vier Wänden haben möchte.
Fakt ist: wir Menschen sind für die Tiere verantwortlich, für ihr Wohlergehen und ihre Gesundheit. Sie sind vollkommen auf unsere Gesten und Handlungen angewiesen und haben keine Möglichkeit selbst zu entscheiden wie sie leben. Sie empfinden Schmerzen, Kälte, Hitze, Hunger und Durst, genau wie wir (wir sind ja auch nur Säugetiere).
Genauere Informationen und Anleitungen zum Bau von Außenstallanlagen gibt es bei uns im Tierheim. Wir beraten Sie gerne und ausführlich.
Ihr Tierheim-Team |
WISSEN. Letzte Woche wurde das Haus in der Nordstraße in Wissen leer geräumt und die Besitzerin verließ mit ihrer Familie Wissen in Richtung Wuppertal.